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Dr. Karsten Dümmel

„Irgendwann war mein Misstrauen so groß, dass ich auch Ärzten misstraut habe"

 

Karsten Dümmel absolvierte, nachdem seine Delegierung zur EOS (Gymnasium) zurück gezogen worden war, eine Ausbildung zum Elektromechaniker. Als Leiter verschiedener kirchlicher Arbeitskreise begann das MfS schon frühzeitig mit Zersetzungsmaßnahmen gegen ihn vorzugehen. Obwohl er das Abitur über den zweiten Bildungsweg ablegte, wurde ihm aus politischen Gründen ein Studienplatz verwehrt. Daraufhin stellte Dümmel 1984 einen Ausreiseantrag. Die Konsequenz war eine verordnete Arbeitsplatzbindung als Fensterputzer, Gebäudereiniger und Hilfsarbeiter. Zudem verhängte das MfS eine Reihe weiterer Maßnahmen wie Kontaktaufnahmesperre, Postkontrolle, Reiseverbot und Stadtarrest (teilweise mit Hausarrest) gegen ihn. Die Zersetzungsmaßnahmen des MfS gipfelten in einer „Disziplinierungsmaßnahme“, Dümmel wurde am 18. Juli 1985 für 24 Stunden in Gera in Untersuchungshaft genommen und kam unter Auflagen wieder frei. 1988 erfolge der Freikauf durch die Bundesrepublik. Daraufhin nahm er ein Rhetorik- und Germanistik-Studium in Tübingen auf, 1996 folgte seine Promotion. Zudem leitete er von 1993 bis 2003 verschiedene Forschungsprojekte zur Staatssicherheit und war Lehrbeauftragter an der Universität Tübingen. 1997 folgte der Wechsel in die politische Erwachsenenbildung. Dümmel ist Mitglied des Autorenkreis der Bundesrepublik Deutschland und des internationalen P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland (Exil - P.E.N.).

Das Gespräch führten Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Westerstede.

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