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Hans-Jochen Tschiche

„Wir haben die Tür geöffnet, aber die Politik haben nachher andere gemacht“

Hans-Jochen Tschiche gehörte zu den Ostdeutschen, die die DDR-Gesellschaft demokratisieren wollten. Trotz wiederholter Enttäuschungen blieb er unbeirrbar bei seinem Thema. Die nukleare Bedrohung durch die Weltmächte in Ost und West führten ihn zur innerkirchlichen Friedensbewegung der DDR. Die Unduldsamkeit und die ideologische Rechthaberei der DDR-Mächtigen, die sie nach innen und außen zeigten, ließen ihn zum klaren Kritiker des real-existierenden Sozialismus werden. 1968 entwarf er zusammen mit 37 anderen Pfarrern eine Alternative zur neu eingeführten DDR-Verfassung, die den Herrschaftsanspruch der SED bestritt. Außerdem verstärkte er seine Kritik an den westlichen und östlichen Industriegesellschaften, in denen Wachstumswahn und Ressourcenverschwendung unbedenklich vorangetrieben wurden. Darüber hinaus fanden Dissidenten und weitere Schutzsuchende bei Tschiche Zuflucht. Deshalb wurden seine Familie und er selbst vom MfS intensiv überwacht. Seine kritischen Briefe an die Mächtigen führten nicht zu seiner Verhaftung, sondern die Staatsorgane begannen das Gespräch mit ihm zu suchen. Später beteiligte er sich mit weiteren Bürgerrechtlern an der Gründung des Neuen Forums, das er 1990 in der Volkskammer vertrat.

Das Gespräch führten Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums Minden (Westf.).

Aufnahme & Schnitt: Felix Schemmann, Rats-TV

 

 

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